Die Komposttoilette zersetzt Ausscheidungen mithilfe von Einstreu und Luft zu kompostierbarem Material. Sie ist eine Trockentoilette für längere Standzeiten, etwa im Garten oder im Ferienhaus.
Statt zu spülen, gibst du nach jedem Gang eine Handvoll Einstreu in die Schüssel, zum Beispiel Rindenmulch, Sägespäne oder Hanf. Die Einstreu nimmt Feuchtigkeit auf, bringt Kohlenstoff in den Mix und lässt Luft an den Inhalt. So entsteht über Wochen und Monate ein erdiges Material statt Fäulnis.
Viele Systeme trennen Urin und Feststoffe, weil zu viel Flüssigkeit den Prozess verlangsamt. Ein kleiner Lüfter kann zusätzlich Luft durch den Behälter ziehen und Geruch nach außen führen. Je besser die Belüftung und das Verhältnis von Einstreu zu Inhalt, desto geruchsärmer verläuft die Zersetzung.
Die Kompostierung dauert lange. Frischer Inhalt ist nicht sofort ungefährlich, deshalb sollte er vor einer Verwendung im Garten gelagert und reifen gelassen werden. Rechtlich sind Bioabfall und Kleingarten regional unterschiedlich geregelt, fragt vorher bei der Gemeinde nach.
Eine Komposttoilette verträgt kein Chemiezusatz, denn der würde die beteiligten Mikroorganismen hemmen. Aus demselben Grund sind keine Reiniger mit starken Bioziden empfehlenswert.
Praktisch zeigt sich der Unterschied zwischen Kompost und reiner Sammlung bei der Pflege: Der Behälter sollte weder zu nass noch zu trocken sein. Bei Feuchtigkeit hilft mehr Einstreu, bei Trockenheit genügt ein kleiner Schuss Wasser. Mit etwas Routine lässt sich so ein ausgewogenes Milieu erhalten, das kaum Geruch entwickelt.
In der Praxis
Für den Garten oder ein Wochenendgrundstück ist die Komposttoilette eine nachhaltige Lösung. Im Wohnmobil und Zelt ist sie wegen Gewicht und Zeitbedarf seltener sinnvoll, hier passen Trenn- oder Beuteltoiletten besser. Wenn du sie fest aufstellst, plane einen belüfteten Platz mit Lagermöglichkeit für reifenden Kompost ein.
Mehr dazu: Komposttoiletten im Überblick



